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Geprüft 14. Oktober 20267 Min. LesezeitVon Josua Sievers

LAN Kabel verlegen: Anleitung für Haus und Wohnung

LAN Kabel verlegen: welches Verlegekabel, Leerrohr, Kabelkanal oder Fußleiste, Abstand zu Strom, maximal 90 m plus Patchkabel und Lösungen ohne Bohren.

AnleitungVerlegekabelNetzwerkHeimnetz
Inhalt
Material & Werkzeug

Zum Verlegen nehmen Sie Verlegekabel mit starren Adern, meist Cat 7 S/FTP, und führen es im Leerrohr, im Kabelkanal oder in der Fußleiste sternförmig von einem zentralen Verteiler zu jeder Netzwerkdose, mit höchstens 90 m pro Leitung. An beiden Enden legen Sie die Adern auf Dose und Patchfeld auf; Router, Switch und Geräte verbinden Sie über kurze Patchkabel.

Wo Sie nicht bohren können oder dürfen, reichen für kurze Wege flache LAN Kabel unter der Tür oder ein Kabelkanal auf der Wand.

LAN Kabel ja, Stromleitungen nein

Netzwerkkabel führen Kleinspannung; Verlegen und Auflegen können Sie selbst übernehmen. Arbeiten an 230-V-Leitungen, etwa neue Unterputzdosen in einer Kombination mit Steckdosen oder Schlitze direkt an Stromleitungen, gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Prüfen Sie vor jeder Bohrung mit einem Leitungssucher, wo Strom- und Wasserleitungen liegen.

Verlegekabel oder Patchkabel: was gehört in die Wand?

In die Wand gehört Verlegekabel. Patchkabel verbindet nur die Dose mit dem Gerät.

VerlegekabelPatchkabel
Adernein starrer Kupferdraht je Aderfeine Litze je Ader, flexibel
Anschlussaufgelegt auf Dose, Keystone oder Patchfeldfertige RJ45-Stecker
Einsatzfest in Wand, Decke, Leerrohr und Kabelkanalvon der Dose zu PC, Router und Switch
Längebis 90 m zwischen Patchfeld und Dosezusammen bis 10 m an beiden Enden

Starre Adern übertragen über lange Strecken besser, brechen aber bei häufigem Biegen. Litze ist beweglich, hat aber eine höhere Dämpfung.

Ein Patchkabel lässt sich zwar durch ein Leerrohr ziehen, der Stecker passt aber oft nicht hindurch und lässt sich in der Wand nicht mehr tauschen. Mit Verlegekabel und Dosen bleibt die Leitung in der Wand fest, und nur das kurze Patchkabel wird gesteckt.

Welches LAN Kabel zum Verlegen?

Für neue Leitungen ist Cat 7 Verlegekabel die übliche Wahl. Es ist S/FTP geschirmt, also mit Folie um jedes Adernpaar und Geflecht außen, und hat starre Kupferadern, bei vielen Kabeln mit AWG 23. Angeschlossen an Cat 6A Dosen und ein Cat 6A Patchfeld ergibt es eine Strecke mit 10 Gbit/s über bis zu 100 m. Die Norm sieht für Cat 7 keine RJ45-Dosen vor, deshalb bestimmen die Cat 6A Komponenten die Leistung.

KategorieGeschwindigkeitEinsatz
Cat 5e1 Gbit/s bis 100 mNachrüsten, Kamera, Access Point
Cat 610 Gbit/s bis etwa 55 mWohnung, kleines Büro
Cat 7 / Cat 7A10 Gbit/s bis 100 m (mit Cat 6A Dosen)Neubau, Sanierung, Büro
Cat 825/40 Gbit/s bis 30 mServerraum, kurze Strecken

Die Strecke ist so schnell wie ihr schwächstes Teil: Kabel, Dose, Patchfeld und Patchkabel.

Achten Sie beim Kauf auf drei Punkte:

  • Kupfer statt CCA: Kupferkaschiertes Aluminium (CCA) hat einen höheren Widerstand. Für PoE-Geräte wie Kameras und Access Points und für lange Strecken nehmen Sie Kabel mit Kupferadern.
  • Duplex für Doppeldosen: Ein Cat 7 Duplexkabel besteht aus zwei verbundenen Kabeln. Sie ziehen beide in einem Arbeitsgang ein und schließen damit beide Ports einer 2-fach-Dose an.
  • Brandverhalten: Halogenfreie Kabel (LSZH) entwickeln im Brandfall weniger giftigen Rauch. Die Brandklasse nach Bauproduktenverordnung, etwa Cca, steht beim jeweiligen Kabel.

Werkzeugliste

Werkzeug und Material zum Verlegen

Für die Leitung selbst brauchen Sie wenig Spezialwerkzeug. Das Auflegen an Dose und Patchfeld kommt am Ende dazu.

LAN Kabel verlegen: Schritt für Schritt

1. Verteiler und Dosen planen

Legen Sie zuerst den zentralen Punkt fest, an dem alle Leitungen enden: dort, wo Internetanschluss und Router sitzen, etwa im Hausanschlussraum, im Keller oder im Flur. Von dort läuft jede Leitung einzeln zu einer Dose, sternförmig und ohne Abzweig. Planen Sie lieber eine Doppeldose mehr als zu wenig, denn ein zweites Kabel im selben Arbeitsgang kostet kaum Aufwand.

Zeichnen Sie Dosen und Kabelwege in einen Grundriss ein. Diesen Plan brauchen Sie später zum Beschriften und bei jeder Bohrung in der Nähe.

2. Weg wählen: Leerrohr, Kabelkanal oder Fußleiste

WegGeeignet fürVorteilNachteil
Leerrohr unter PutzNeubau, Sanierungunsichtbar, Kabel später tauschbarSchlitze, Putzarbeiten
Kabelkanal auf der WandNachrüsten, Altbau, Mietwohnungkeine Schlitze, schnell montiertsichtbar
Fußleiste mit KabelkanalNachrüsten entlang des Bodensunauffällig, wenig Aufwandnur am Boden entlang
Flaches LAN Kabelkurze Wege, unter Türenohne Bohren, sofort fertigPatchkabel, nur bis 15 m

Unter Putz verlaufen Leitungen in den Installationszonen nach DIN 18015-3: waagerecht unter der Decke und über dem Boden, senkrecht neben Türen, Fenstern und Raumecken.

Mit Leerrohr lässt sich ein Kabel später tauschen: Ist es beschädigt oder soll Glasfaser dazukommen, ziehen Sie es neu ein. Planen Sie das Rohr so, dass es möglichst wenige enge Bögen hat.

3. Abstand zu Stromleitungen halten

Wie viel Abstand ein Netzwerkkabel zu Stromleitungen braucht, regelt DIN EN 50174-2. Der Abstand hängt davon ab, wie gut das Datenkabel geschirmt ist, wie viele Stromkreise parallel laufen und ob ein Trennsteg dazwischen sitzt. Je besser der Schirm, desto kleiner der geforderte Abstand; deshalb ist geschirmtes S/FTP-Kabel im Haus die übliche Wahl.

In der Praxis heißt das:

  • Ziehen Sie Netzwerkkabel nicht in ein Leerrohr, in dem schon 230-V-Leitungen liegen, sondern in ein eigenes.
  • Nutzen Sie im Kabelkanal einen Trennsteg zwischen Strom und Daten.
  • Kreuzen Sie Stromleitungen möglichst im rechten Winkel, statt über lange Strecken parallel zu verlegen.
  • Halten Sie Abstand zu Leuchtstofflampen-Vorschaltgeräten, Motoren und Verteilerkästen.

4. Kabel einziehen

Schieben Sie die Kabeleinziehhilfe mit der Führungsfeder voran durch das Leerrohr. Kleben Sie das Kabelende mit Isolierband eng an die Öse, damit an der Verbindung nichts aufträgt, und ziehen Sie gleichmäßig. Ein zweiter Helfer schiebt am Rohranfang nach und hält das Kabel von der Rolle frei von Knicken. Für lange Rohre gibt es die steifere Einziehhilfe aus GFK, 4 mm, 30 m.

Liegt im Rohr schon ein altes Kabel, das nicht mehr gebraucht wird, können Sie das neue daran befestigen und mit dem alten durchziehen.

Biegeradius einhalten

Knicken Sie Verlegekabel nicht. Viele Hersteller nennen für Cat 7 Verlegekabel als kleinsten Biegeradius etwa das Achtfache des Außendurchmessers beim Einziehen und das Vierfache im verlegten Zustand. Verbindlich ist das Datenblatt Ihres Kabels. Ziehen Sie das Kabel nicht mit Gewalt um enge Ecken und quetschen Sie es nicht mit Schellen oder Tackerklammern.

5. Reserve lassen und beschriften

Lassen Sie an beiden Enden ausreichend Kabel überstehen, damit Sie in Ruhe auflegen und notfalls ein zweites Mal abmanteln können. Beschriften Sie jedes Kabel an beiden Enden mit derselben Nummer, bevor Sie es abschneiden; dieselbe Nummer kommt später auf Dose und Patchfeld-Port.

6. Dosen und Patchfeld anschließen

Im Raum legen Sie das Kabel auf eine Netzwerkdose oder ein Keystone-Modul auf, im Verteiler auf ein Patchpanel. Beide Enden werden nach demselben Farbcode belegt, T568A oder T568B. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt die Anleitung Netzwerkdose anschließen.

7. Jede Leitung prüfen

Prüfen Sie jede Leitung mit einem Netzwerktester, bevor Sie Kabelkanäle schließen oder Wände verputzen: Sender am Patchfeld, Empfänger an der Dose. Alle acht Adern müssen in der richtigen Reihenfolge durchgehen, bei geschirmtem Kabel auch der Schirm.

Wie weit kann man ein LAN Kabel verlegen?

Bis zu 90 m Verlegekabel zwischen Patchfeld und Dose, dazu zusammen höchstens 10 m Patchkabel an beiden Enden. So bleibt die gesamte Strecke vom Switch bis zum Gerät bei höchstens 100 m, und innerhalb dieser Länge erreicht das Kabel die volle Geschwindigkeit seiner Kategorie. Ausnahmen sind Cat 6 mit 10 Gbit/s, das nur bis etwa 55 m reicht, und Cat 8, das bis 30 m spezifiziert ist.

Für längere Wege setzen Sie auf halber Strecke einen Switch, der das Signal neu aufbereitet, oder verlegen Glasfaser.

Kann man nachträglich LAN Kabel verlegen?

Ja. Im Bestand gibt es drei Wege, je nach Aufwand:

  1. Vorhandene Leerrohre nutzen: Häuser haben oft Leerrohre für Telefon, Antenne oder SAT. Ist darin noch Platz, ziehen Sie das Netzwerkkabel mit der Einziehhilfe nach.
  2. Kabelkanal auf der Wand: Ein Kabelkanal oder eine Fußleiste mit Kabelkanal nimmt das Verlegekabel auf, ohne dass Sie Schlitze stemmen. Die Dose sitzt dann als Aufputzdose daneben, etwa ein Keystone-Aufputzgehäuse.
  3. Durch Wand und Decke bohren: Für den Weg in den nächsten Raum oder in ein anderes Stockwerk reicht oft eine Bohrung in einer Raumecke oder neben einem Rohr, das ohnehin durch die Decke führt. Orten Sie vorher alle Leitungen.

Wie verlege ich ein LAN Kabel durch die Wohnung ohne Bohren?

Für kurze Wege in der Mietwohnung genügt oft ein flaches LAN Kabel. Das Cat 6 Flachkabel ist 1,5 mm hoch und passt unter Türen, unter Teppiche und an der Fußleiste entlang. Flachkabel sind Patchkabel mit fertigen Steckern und dünnen Adern; wir führen sie bis 15 m. Für längere Wege oder Leitungen, auf die getreten wird, ist ein Rundkabel im Kabelkanal haltbarer.

Bohrungen, Schlitze und fest montierte Kabelkanäle in einer Mietwohnung sprechen Sie vorher mit dem Vermieter ab.

Wie verlege ich ein LAN Kabel nach draußen oder in der Erde?

Normale Verlegekabel haben einen Mantel für Innenräume. Im Freien braucht das Kabel einen UV- und wasserbeständigen Mantel, etwa aus PE oder PUR.

  • In der Erde: Ziehen Sie das Kabel durch ein Schutzrohr. Das schützt vor Spaten und Nagern, und Sie können das Kabel später tauschen, ohne neu zu graben. Nehmen Sie ein Kabel, das der Hersteller ausdrücklich für Außen- oder Erdverlegung freigibt.
  • An der Fassade: Kurze Wege zu Kamera oder Gartenhaus überbrückt ein Outdoor LAN Kabel mit UV- und wasserbeständigem Mantel, bis 75 m. Dichten Sie die Wanddurchführung ab.
  • Verbindungen draußen: Zwei Verlegekabel verbinden Sie mit dem LSA-Kabelverbinder Cat 6A, IP68. Für den Anschluss am Gebäude gibt es die Outdoor-Netzwerkdose, die Montage zeigt die Anleitung zur Outdoor-Netzwerkdose.
  • Zwischen zwei Gebäuden: Haben beide Gebäude eine eigene Stromversorgung, ist Glasfaser die sicherere Lösung, weil sie keine Überspannung überträgt. Dafür braucht es ein für außen oder für die Erdverlegung freigegebenes Glasfaserkabel; unsere LWL-Patchkabel sind für innen gedacht.

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Häufige Fragen zum Verlegen von LAN Kabeln

Bis 100 m für die gesamte Strecke: höchstens 90 m Verlegekabel zwischen Patchfeld und Dose plus zusammen 10 m Patchkabel. Innerhalb dieser Länge erreicht das Kabel die volle Geschwindigkeit seiner Kategorie. Ausnahmen: Cat 6 schafft 10 Gbit/s nur bis etwa 55 m, Cat 8 ist bis 30 m spezifiziert.

Ja, mit Abstand und Trennung. DIN EN 50174-2 legt den Abstand abhängig von Schirmung, Anzahl der Stromkreise und Trennsteg fest. Praktisch heißt das: eigenes Leerrohr für Netzwerkkabel, Trennsteg im Kabelkanal, Stromleitungen im rechten Winkel kreuzen und geschirmtes S/FTP-Kabel verwenden.

Verlegekabel mit starren Kupferadern, für neue Leitungen meist Cat 7 S/FTP. An Cat 6A Dosen und Patchfeld ergibt es 10 Gbit/s über bis zu 100 m. Patchkabel mit Litzenadern gehören nicht in die Wand.

Ja, Netzwerkkabel führen Kleinspannung. Arbeiten an 230-V-Leitungen, etwa neue Unterputzdosen in Kombination mit Steckdosen, gehören dagegen in die Hände einer Elektrofachkraft. Orten Sie vor jeder Bohrung Strom- und Wasserleitungen.

Mit einem flachen LAN Kabel. Das Cat 6 Flachkabel ist 1,5 mm hoch, das Flachkabel mit Cat 7 Rohkabel 1,8 mm; beide sind für den Spalt unter Türen gedacht. Für dauerhafte Wege, auf die oft getreten wird, ist ein Rundkabel im Kabelkanal haltbarer.

Nur ein Kabel, das der Hersteller ausdrücklich für die Erdverlegung freigibt, und auch dann besser im Schutzrohr. Normales Verlegekabel für Innenräume ist dafür nicht gedacht. Zwischen zwei Gebäuden mit eigener Stromversorgung ist Glasfaser die sicherere Lösung.